Berichte 2004
Am 23.08.2004 fand die Neueröffnung des Schleizer Dreiecks statt.
Das Schleizer Dreieck ist eine der ältesten deutschen Rennstrecken und wurde nach modernen Gesichtspunkten für die Zukunft umgebaut.
Bei der Veranstaltung traten verschiedene Automobil-Rennserien an. Jede Serie konnte zwei mal 30 Minuten Testläufe fahren. Die Strecke war am Anfang, bedingt durch den neuen Asphalt und durch die vorangegangenen Baumaßnahmen sehr rutschig, was sich aber am Nachmittag änderte, indem sich der Grip um ein Vielfaches verbesserte. Die Veranstaltung war sehr gut von Zuschauern besucht, die das Fahrerlager und die Tribüne bei herrlichen Sonnenwetter füllten.
Im zweiten Lauf, durch das gute Klima aufgeheizt, fuhr ich showmäßig mit Henry Büttner im Formel 3000 einige Showrunden. Dabei versuchte ich ihn am Ende der Start- und Zielgeraden auszubremsen, was mir jedoch spektakulär misslang, indem ich von der Ideallinie runter auf die schmutzige Spur kam und mich dabei kräftig verbremste, was riesig Staub aufwirbelte und für aufsehen sorgte. Zwei Kurven später, auf dem alten Streckenteil gelang mir der Überholversuch.
Bei der Veranstaltung waren laut Veranstalter 7.000 Besucher zugegen.
Nach meiner Einschätzung ist auf der Naturrennstrecke des Schleizer Dreiecks eine Rennstrecke mit großem Zukunftspotential entstanden, welche auch fahrtechnisch sehr anspruchsvoll ist.
Vom 16.-18. Juli 2004 hatten wir ein Rennen mit der GroupC/GTP in Brands Hatch England. Auf der für mich neuen Strecke fuhr ich am Freitag zwei freie Trainingsläufe.
Die vom Layout her ältere Formel 1 Strecke, gab mir einige Rätsel auf, sodass ich versuchte viele Runden zu fahren, um genügend Erfahrungen zu sammeln. Beim zweiten freien Training war ich kurz vor Ende in der Surteeskurve etwas zu schnell und rutschte ins Kiesbett. Zum Glück hatte ich keine Berührung mit dem Reifenstapel. Allerdings war der Rennwagen unter den Hauben, in den Bremsen und auf den Unterböden voller Kies. Unser Team (sechs Mann) hatte bis in die späte Nacht hinein zu tun, um den Argo zu zerlegen, zu reinigen und für das Zeittraining am Samstag vorzubereiten. Trotz des Austritts im freien Training, war ich froh, dass ich mich von den Zeiten her unter den ersten Fünf von den 21 Boliden befand.
Am Samstag im Qualifying fuhr ich nach der dritten Runde an die Box zu einem Check Up. Wieder auf der Strecke fühlte sich der Argo sehr gut an, als in der sechsten Runde plötzlich nach dem Hochschalten in den fünften Gang die Kupplungswelle brach und kein Vortrieb mehr vorhanden war. Dadurch blieb mir im Qualifying nur die zwölft beste Zeit.
Am Abend versuchten wir dann eine Reparatur durchzuführen. Es sollte daran scheitern, dass wir nicht das richtige Ersatzteil dabei hatten und auch scheinbar nicht besorgen konnten. Viele Teamchefs von anderen Teams aus der Group C, wie Don Law, Derek Hood und Allan von Weylock Race baten mir Ihre Hilfe an. Nach langem Fachsimpeln und vielen Vorschlägen entschlossen wir uns dann eine Welle passend zu machen und abzudrehen. Dies erledigte Derek Hood von J. D. Classics aus Maldon für uns.
Nachdem wir dann gegen 1.00 Uhr den Rennwagen fast zusammengebaut hatten, verlor das Getriebe Öl, da der Dichtring nicht zu der geänderten Welle passte. Sofort zerlegten wir den Argo komplett, um einen Dichtring passend zu machen. Nachdem wir wussten, dass unsere Arbeit Erfolg versprach, begaben wir uns um 4.00 Uhr zur Nachtruhe.
Am Sonntagmorgen bauten wir den Argo zusammen und bereiteten alles für das Rennen am Nachmittag vor, wobei wir auf trockenes Wetter setzten. Wir hatten Glück, es blieb trocken und ich startete von Platz zwölf vor voll besetzten Zuschauertribünen.
In dem dicht zusammenhängenden Fahrerfeld kollidierte ich in der Surteeskurve mit Michael Millard, als dieser nach Innen zog. Dabei wurde das vordere rechte Radhaus stark beschädigt. Dann folgte eine Savety-Car-Phase, in der das Feld wieder zusammengeführt wurde. Nach dem Re-Start gelang es mir in einer Aufholjagt noch einige zu überholen und ich führte einen harten Kampf mit Henry Pearman auf Jaguar, der auf dem 4. Platz fuhr. Am Ende belegte ich Platz 5 mit der viert schnellsten Zeit.
Das Internationale Oldtimer Festival um den Jan Wellem Pokal wurde vom 25. - 27. Juni 2004 auf dem Grand Prix Kurs des Nürburgring ausgetragen.
Am Freitag begannen wir bei trockener Strecke mit dem freien Training. Die von mir angestrebte Zeit von 2,10 min, verfehlte ich um eine Sekunde. Beim Qualifying am Nachmittag konnte ich problemlos 14 Runden durchfahren und eine Verbesserung von fünf Sekunden mit einer 1,57er Zeit herausfahren. Mit dieser Zeit belegte ich Startposition 3, was mich und mein Team sehr freute. Es bahnte sich ein spannendes erstes Rennen am Samstag Nachmittag mit einem noch spannenderen Start an, da die nächsten drei Fahrer nach mir auch eine 1,57er Zeit gefahren hatten und somit fast schnell waren wie ich.
Auf dem Startplatz 1 und 2 waren zwei Kremer Porsche 962, auf Startplatz 4 und 5 ein Spice und ein Intrepid mit 6,2l Chevrolet Motoren. Diese vier Fahrzeuge haben jeweils 80 PS mehr als der Argo.
Das 1. Rennen der GroupC/GTP nahm ich also von Startplatz 3 auf. In der Mercedes Arena konnte ich mich kurzzeitig an die 2. Position nach dem Start setzen. In der 3. Runde beim Rausbeschleunigen aus der Dunlop-Kehre, hatte ich einen Power Slide, sodass ich auf Platz 4 zurückfiel. Im weiteren Rennen lieferte ich mir einen harten Kampf mit dem Spice des Amerikaners Jim Mullen. Wir wechselten über mehrere Runden am Ende der Start- und Zielgeraden die Positionen. Als sich Jim dann bei einem weiteren Überholversuch verbremste und sich vor mir drehte, musste ich das Gas rausnehmen, sodass unser nächster Verfolger Bryan DeVries, ebenfalls aus USA, mich überholte. Am Ende dieses hart umkämpften Rennens fuhr ich auf Platz 5 durchs Ziel.
Der Rennsonntag begann mit typischen Eifelwetter: Regen, Niesel und Sonnenschein, sodass es bis zur letzten Minute schwierig war zu sagen, welches Set Up wir wählen und mit welchen Reifen wir fahren. Wir entschieden uns für Slicks, da die Strecke begann abzutrocknen. Beim herausfahren aus der Box stellte sich plötzlich ein Elektrikproblem ein. Dazu kam noch, dass die Grünphase zum Rausfahren von der Boxenstraße bis zur Startaufstellung, nicht nachvollziehbar verkürzt wurde. Die Ampel schaltete auf Rot, sodass ich als Drittletzter und 4 andere Fahrer das Rennen aus der Boxengasse aufnehmen mussten. Position für Position kämpfte ich mich durchs Feld. Beim Überholen eines Porsche am Ende der Start- und Zielgeraden zog dieser unerwartet nach links und kollidierte leicht mit mir. Das Gleiche passierte beim Überholen eines Jaguars, als dieser plötzlich in der Kurve zu machte.
Das Rennen wurde beendet auf Platz 1 von Caspar Elgaard (DK), Platz 2 Simon Pullan (GB), Platz 3 Bryan DeVries (USA) und Platz 4 Michael Schuster (D). Weiterhin kamen noch acht Fahrer von den insgesamt 20 GroupC/GTP Teilnehmern ins Ziel.
Le
Mans 2004. Dröhnende Motoren. Atemberaubende Beschleunigung. Volle
Konzentration. Wir konnten es kaum erwarten und stellten uns der faszinierenden
Herausforderung, im Vorprogramm des wichtigsten Langstreckenrennens der Welt,
den 24 Stunden von Le Mans , dabei zu sein.
Nach
gründlicher Vorbereitung, reisten wir, das Team East Racing mit Fahrer Michael
Schuster am Mittwoch, dem 09.Juni 2004 zum 24 Stunden Rennen in Le Mans an.
Für
die Veranstaltung stand mit der englischen
Group C am Donnerstag ein 1-stündiges Qualifikationstraining und am
Samstag, dem 12.Juni ein 1- stündiges Event mit anschließendem 30 Minuten
Rennen auf dem Programm.
Mittwoch,
nach der technischen Abnahme des Fahrzeuges, stellten wir den Rennwagen zur
Präsentation für die kommenden Tage zwischen Training und Rennen im
Fahrerlager aus.
Vor
dem Qualifying am Donnerstag Nachmittag, begann es nach zwei sehr heißen Tagen
plötzlich zu regnen. Dadurch war völlig unklar, welche Reifen in diesem Moment
die Richtigen waren, ob Slicks oder Regenreifen. Wir entschieden uns für Slicks,
da der Regen weniger wurde und die Strecke an einigen Teilen abtrocknete. In den
ersten Runden des Training konnte ich nur mit viel Mühe auf der 13,6 km langen
Strecke das richtige Feeling erarbeiten. Zum Trainingsende hin bauten die Reifen
etwas mehr Grip auf, so das ich in der vorletzten Runde noch einen Versuch
unternahm, eine optimale Zeit heraus zu fahren. In der Schikane nach Start und
Ziel, verbremste ich mich und überfuhr 2 Begrenzungspoller, wobei der rechte
Flap des Rennwagen wegriss.
Von
37 Teilnehmern der Group C, fuhr ich den 10.Startplatz für das Rennen am
Samstag heraus.
Freitag
ist in Le Mans immer ein rennfreier Tag, an welchen die Zuschauer die
Möglichkeit haben, sich die Rennwagen im Fahrerlager anzuschauen.
Der
Rennsamstag begann um 9.00 Uhr mit einer 1- stündigen Präsentation der 35
teilnehmenden Group C Rennwagen am Vorstart.
Um
10.00 Uhr begaben sich die Rennwagen dann in die Einführungsrunde und zur
Startaufstellung. Punkt 10.15 Uhr wurde das Rennen mit einem fliegenden Start
begonnen. Während der ersten Runde fiel ich durch einen Schaltfehler auf Platz
14 zurück. Nach und nach konnte ich meine Performance verbessern, so das ich
beim Zieleinlauf auf Position 8 liegend abgewunken wurde.
Auf
Grund unzureichender Erfahrungen mit der Rennstrecke hatten wir den Benzin so
knapp berechnet, das ich in der Auslaufrunde stehen blieb. Kurioser Weise Genau
an dieser Stelle stand der Chef der Streckenposten des DMSB mit seinem Team aus
Kamenz, welchen ich persönlich kenne.
Sie
berichteten mir, das genau an dieser Stelle ein Jahr vorher Frank Biela mit
seinem Audi wegen Kraftstoffmangels ausgefallen war.
Mit
dem Rennergebnis waren mein Team und ich sehr zufrieden, da wir das Möglichste
rausgeholt hatten, was rauszuholen ging.
Den
Rennwagen stellten wir bis zum Ende des 24 Stunden Rennen am Sonntag Nachmittag
für die Zuschauer aus.
Die
Wiederkehr der Group C nach 14 Jahren nach Le Mans wurde von den Medien sehr
stark beachtet. In vielen französischen Zeitungen standen zahlreiche Berichte
darüber. Eurosport übertrug das gesamte Group C Rennen 60 Minuten live im
Fernsehen. Über 300.000 Zuschauer verfolgten an den Renntagen die Geschehnisse
und es war für uns ein fantastisches und einzigartiges Gefühl an diesem
Wochenende zum prestigeträchtigsten Rennen der Welt live mit dabei zu sein.
Nach
der langen Winterpause fand vom 07.–09. Mai 2004 das erste Rennen der Group C
in Spa-Francorchamps Belgien statt. Das Rennwochenende begann, wie in Spa nicht
anders zu erwarten mit Regen.
Über
den Winter hatte unser Team den Argo komplett aufgearbeitet und gut für die
Saison vorbereitet. Speziell
für Regen haben wir ein neues Set Up, neue Regenreifen, einen neuen,
effektiveren Unterboden, eine neue Frontscheibe und eine verbesserte
Auspuffanlage. Allerdings hatten wir vor dem Rennen in Spa nicht genügend Zeit
um ausreichend zu testen.
Auf das
Regentraining hatten wir uns sehr gut vorbereitet. Nach Trainingsbeginn stellte
sich in den ersten 2 Rennen heraus, dass der Motor nicht die volle Leistung
brachte und zeitweise Aussetzer hatte. Nach einer umgehenden Diagnose, stellten
wir fest, dass der Crank-Sensor unregelmäßig arbeitete. Daraufhin bauten wir
den Sensor aus um diesen durch einen anderen Gebrauchten zu ersetzen.
Das zweite
Training begann recht vielversprechend. Der Motor lief und das Set Up passte zu
dem starken Regen. Allerdings nach vier Runden begann der Motor erneut
auszusetzen, sodass ich das Training abbrechen musste. Bis zum Ende des
Trainings hatte ich unter den 22 Rennwagen den 13. Startplatz herausgefahren.
Leider
mussten wir feststellen, dass der gleiche Sensor wieder defekt war. In einer „Nacht-
und Regenaktion“ ließen wir am Samstag einen neuen Sensor kommen und bauten
diesen über Nacht ein.
Am Sonntag
zum Rennen startete ich von Platz 13. Während des fliegenden Starts crashte ein
Teilnehmer vor mir mit einem anderen, sodass ich abbremsen musste und den
direkten Anschluss verlor. Trotz der fehlenden Trainings und der neuen
Slickreifen, konnte ich mich vorarbeiten. In der zwischenzeitlichen
Savetycar-Phase übersah ich eine gelbe Flagge und überholte. Als ich auf Platz
3 war, bekam ich deswegen eine Stop and Go Penalty und beendete das Rennen auf
Platz 4 in der Gesamtwertung und in der Klasse auf Platz 3.
Die
Großveranstaltung mit 11 verschiedenen Rennen im Rahmen der Spa R.M.U. Classic
war gut besucht und von den Medien entsprechend beachtet.
Zur Zeit
bereiten wir den Group C Argo für die nächsten Rennen im Juni vor.
We are ready for Le Mans! 11.
– 13. Juni 2004