Berichte 2005


Rennbericht Silverstone 2005


Nach dem Rennen in Brands Hatch fand das nächste Group C/GTP Rennen vom 29.-31.-07.05 in Silverstone statt.
Unsere Vorbereitungen begannen unmittelbar nach dem letzten Rennen in Brands Hatch. Dabei mussten wir feststellen, dass der Öldruck für normale Verhältnisse zu niedrig war. Der Fehler konnte trotz direkter Drucküberprüfung und Checken des Release Valves nicht gefunden werden, so dass wir uns entschlossen in der Nacht noch aufzubrechen, um am Montag Morgen bei Judd vorstellig zu werden. Dort checkten wir mit fachkundigen Ingeneuren den Motor und stellten fest, dass sich Abrieb vom Hauptlager im Ölkreislauf befand. Jetzt wurde klar, dass wir den Motor nicht in Silverstone einsetzen konnten. Daraufhin beauftragten wir einen anderen Enginebuilder den Reservemotor, welcher eigentlich zum Rebuild sollte, einem Quickcheck zu unterziehen, ob wir damit in Silverstone fahren können. Eine Antwort darauf konnten wir erst gegen Mittwoch Abend erwarten. Die Antwort war positiv. Gegen 22.00 Uhr machten wir uns auf den Weg von Mittelengland nach Südengland, um dort am Donnerstag früh den Reservemotor einzubauen. Aber die Pannenserie sollte nicht abreißen. Auf halben Weg ging an unserem Trailer ein Radlager defekt, an welchem wir vorher schon 2 Reifen wechseln mussten und kurz davor, nach dem Ausfall unserer Kühlbox im Van ,auch noch eine Schraube im Reifen steckte. Ohne Trailer und Rennwagen fuhren wir weiter zu unserem Ziel, welches wir früh um 3.00 Uhr erreichten. Zu allem Unglück konnten wir im Van die Betten wegen einer gebrochenen Betätigungsfeder nur schwerlich umlegen. Dank der großen Hilfe unseres Freundes Phil Price, der sich intensiv um ein Radlager bemühte, eine Mutter für den Trailer herstellen ließ und uns den Reservemotor fertiggestellt hatte, konnten wir am Donnerstag Abend Silverstone erreichen. Ca. 19.00 Uhr begannen wir in einer anstehenden Nachtschicht den Motor in den Rennwagen einzubauen, was uns auch bis Freitag früh 10.00 Uhr zu freien Training gelang.
Nach den ersten zwei Runden musste ich schon wieder feststellen, dass der Motor nicht die volle Leistung brachte und unrund lief. Die Diagnose deutete auf einen defekten Half Point Sensor hin. Sofort machte ich mich auf den Weg , um Einen bei Judd zu holen. Währenddessen Frank den Sensor ausbaute und Karl Heinz den Argo fürs Qualifying vorbereitete , stellte Frank fest, dass nicht der Sensor defekt war und wir wahrscheinlich im Stress eine falsche Schraube benutzt hatten.
Durch diese Aktionen hatte ich keinerlei Zeit die Strecke zu besichtigen und mich auf das Qualifying vorzubreiten. So begann ich während des Qualifying die Strecke zu studieren. Für das Rennen am Samstag konnte ich unter 26 Startern den 11. Startplatz belegen.
Am Freitag Abend bekam ich noch einige gute Tipps von erfahrenen englischen Rennfahrern, wie Michael Christopher und Nigel James.
Guter Hoffnung und motiviert durch die stark besetzten Zuschauertribünen ging ich am Sonnabend in das Rennen. Sofort versuchte ich mich vorzukämpfen und meine Position zu verbessern. Beim versuch an Nick Rini vorbeizukommen, zog ich dreimal zurück, bis er sich dann in einer langsamen Kurve versteuerte und weit nach außen kam. Ich blieb sehr weit innen, um in der nächsten Kurve der Woodcote die bessere Linie zu haben und innen zu überholen.
Mein Plan schien aufzugehen,. Er war sehr weit links außen an den Curbs und ich auf gleicher Höhe zwei Fahrzeugbreiten weiter rechts in Richtung der Poller. Plötzlich jedoch zog er ohne in den Spiegel zu schauen nach innen, berührte mich mittig am Rennwagen, so da ich rechts rübergedrückt wurde und mit ca. 210 Km/h fast frontal in die Leitblanken einschlug.
Dabei wurde der Argo sehr stark beschädigt und mein rechtes Bein stark geprellt, sodass ich zeitweise eine Nervenstörung im rechten Fuß habe.
Aufgrund der Ereignisse muss ich leider die Rennsaison 2005 in der Group C/GTP beenden.
Für die kommende Saison stellt sich für mich und mein Team die große Herausforderung , den Rennwagen wieder neu aufzubauen und das finanzielle Arrangement mit Hilfe von Sponsoren abzusichern.
Sollte mir dies gelingen, ist es mein größter Wunsch, wieder in der Group C/GTP zu starten, welche in 2006 erstmals als Championchip ausgeschrieben wird und wofür ich mich lange Zeit stark gemacht habe.



Rennbericht Brands Hatch 2005


Nach dem Nürburgring reisten wir Mitte Juli nach Brands Hatch in England. Die Veranstaltung fand vom 23. – 24.07.05 im Rahmen des Brands Hatch Superprix statt. Zuvor hatten wir einen frisch revidierten Motor eingebaut. Und am Freitag ein zusätzliches freies Training gebucht.
Am Rennwagen stellten wir das Set Up vom Vorjahr ein, welches sich als erfolgreich bewährt hatte. Nach den ersten zwei Trainingsrunden musste ich feststellen, dass der Motor im oberen Drehzahlbereich nicht sauber lief. Nach den bekannten Symptomen, welche eigentlich bei einem auf dem Prüfstand getesteten Motor auf Unverständnis stießen, entschlossen wir uns trotzdem den Kurbelwellensensor auszutauschen. Dazu mussten wir den Motor ausbauen. Während dieser Zeit fuhr ein Teammitglied zu einem uns bekannten Motorentuner, um die entsprechenden Teile, von welchen wir genau wussten, dass diese funktionieren, zu holen. Die Teile mussten von dem Motor ausgebaut werden, welchen wir einen Tag zuvor zum Rebuild abgegeben hatten. Dadurch verloren wir das komplette Training am Freitag. Bis in den späten Abend hinein versuchten wir den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Gegen 20:30 Uhr führten wir einen Probelauf durch, bei welchem es keine Beanstandungen gab, außer einer Abmahnung durch die Security wegen zu großer Lautstärke nach 18:00 Uhr. Am Samstag Morgen fuhr ich als einer der ersten zum Qualifying raus. Erschreckender Weise lief der Motor wieder nicht mit voller Leistung, sodass ich keine Zeiten fahren konnte und das Qualifying abbrechen musste. In Zusammenarbeit mit einem Judd Enginebuilder versuchten wir den Fehler zu beseitigen. Wir prüften die Mechanik des Motors, checkten die komplette Elektroanlage und tauschten vorsichtshalber alle noch verbliebenen Sensoren. Am Nachmittag musste ich dann das Rennen vom 23. Startplatz aus aufnehmen. Kurz nach dem Start war ich begeistert, der Motor lief fantastisch und ich konnte gleich einige Plätze gut machen. Bis zur Hälfte des Rennens kam ich bis auf Platz 7 vor. Im letzten Drittel stellten sich wieder Unregelmäßigkeiten im Motorlauf ein, sodass ich den Speed nicht mehr halten konnte und permanent zurückfiel.
Auf Platz 15 beendete ich das erste Rennen an diesem Wochenende. An der Box angekommen, überprüften wir nach einer längerfristigen Vermutung noch einmal die Batterie, welche 100% in Ordnung zu sein schien. Wenige Minuten später in der Box versuchten wir noch einmal zu starten, was jedoch nicht funktionierte, da die Batterie zu der Zeit nur 6 Volt hatte. Nach verblüfften Messungen hatte die Batterie ca. 5 Minuten später die volle Spannung und der Motor sprang an. Daraufhin war klar, dass hier ein sehr mysteriöser Fehler der Batterie vorliegt, welche wir austauschten.
Am Sonntag musste ich wiederum vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Aufgrund der Wetterverhältnisse entschieden wir uns, wie 95% der Teams, mit Regenreifen zu starten. Der Regen kam mir sehr entgegen und ich konnte von Anfang an sehr viele Plätze gewinnen und fuhr bis zum 6. Platz vor. In der letzten viertel Stunde hatte es aufgehört zu regnen, die Strecke wurde immer trockener, für welche meine Reifen nicht mehr geeignet waren, um die Position zu verbessern oder zu halten. Ich beendete das Rennen auf Platz 9.

 

 

Rennbericht Nürburgring 2005


Vom 24. – 26. Juni 2005 hatten wir ein Rennen mit der Group C/GTP auf dem Nürburgring. Gut vorbereitet gingen wir am Freitag in das freie Training, bei dem wir unter anderen einen Radwechsel probten und neue Slicks anfuhren.
Um 16. 30 Uhr begann dann das Qualifying, bei welchem ich als erster rausfuhr. Nach sechs Runden ging ich das erste Mal an die Box für einen Check up. Nach weiteren vier Runden fuhr ich wegen erhöhter Wassertemperatur, was bei einer Hitze von 35°C nicht außergewöhnlich ist, an die Box. Dort montierten wir mit Erfolg Gurney Flaps an die Wasserkühler.
Am Ende des Trainings hatte ich die dritt beste Zeit hinter einem 962 Porsche und einem Spice.
Am Samstag nach dem Mittag startete ich von Platz drei und viel kurz nach dem Start auf Platz vier zurück. Nach weiteren drei Runden überholte ich Jim Mullen in seinem 6, 4 L Spice-Chevrolet. Im weiteren Verlauf des Rennens wurde mein Argo immer besser und ich konnte meine Zeit gegenüber dem Qualifying um 3,2 Sekunden verbessern. Dabei überholte ich den zweitplatzierten David Mercer und legte mir kurz vor Ende Nigel James zum Überholen zu recht. Was ich zu der Zeit nicht wusste, dass ich in Runde neun die schnellste Zeit des Rennens gefahren bin. Fünf Runden vor Schluss passierte dann das Schreckliche: Während der Überrundung übersah mich ein langsamerer Fahrer im Rückspiegel und zog in einer Rechtskurve nach Innen, wobei er mir die Fronthaube wegriss. Dadurch fehlte mir der Anpressdruck auf der Vorderachse, die Aerodynamik war gestört und die Wassertemperatur stieg an, sodass ich das Rennen vorzeitig beenden musste und auf Platz dreizehn gewertet wurde. Durch diese Aktion hatten wir am Sonntag bis spät in die Nacht reichlich Arbeit.

Am Sonntag startete ich wiederum von Platz drei und fiel auf Platz vier zurück. Da ich mit einem relativ stark gebrauchten Reifensatz antreten musste und weil einer der einer der neuen im ersten Rennen beschädigt worden war.
Nach fünf Runden bauten die Reifen langsam einen brauchbaren Grip auf und ich zurück auf Platz drei fuhr. Bis kurz vor Ende konnte ich auf den Viert platzierten einen Vorsprung von 6 Sekunden herausfahren. Den an zweiter Stelle fahrenden Nigel James hatte ich bereits im Visier, kam aber wegen der Überrundung allerdings nicht in eine Schlagdistanz. Der I- Punkt in einem viel versprechendem , aber auch schwierigem Wochenende war, dass ich mich eine halbe Runde vor Ende des Rennens beim Anbremsen des Dunlop Bogen verschaltete und dabei quer rutschte. In dieser Zeit kam der Viert platzierte Jim Mullen an mich heran und nutzte die Sekunde, um an mir vorbeizugehen. Das Rennen beendete ich auf Platz vier.


Group C/GTP News:
Bei einem Meeting auf dem Nürburgring wurde von Jim Graham bekannt gegeben, dass die Group C/GTP in 2006 keine Einzelrennen mehr fährt, sondern einen Championship austrägt, wobei es Punkte für die Meisterschaft gibt.

 



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